Es war so ein heller Sonnenschein

E. Flügel

Es war so ein heller Sonnenschein,

Ich konnte nicht bleiben drinnen;

Ich schlendert' zum Wald, legt' in's Moos mich hinein,

Zu träumen so süß und zu sinnen.

Doch da kroch die Ameis', stach die Mück',

Und Bremse und Wespe störten mein Glück.

"Lieber, willst du nicht in dem schönen Wetter in's Freie?" --

sagte die Mutter, -- sie saß und sang im Schwahle.

Es war so ein prächtiger Sonnenschein,

Nichts hielt mich länger drinnen;

Ich schlendert' zur Wies', legt' in's Gras mich hinein,

Sang laut, weß ich konnt' mich entsinnen.

Da kamen Schlangen, drei Ellen lang,

Zu sonnen sich dort, und -- davon ich sprang!

"In solchem gesegneten Wetter können wir baarfuß gehen",

sagte die Mutter und zog ihre Schuhe aus.

Es war so ein prächtiger Sonnenschein,

Ich konnte nicht bleiben drinnen;

Ich ging an die Elv, legt' in's Boot mich hinein,

Und ließ mit dem Boote sie rinnen.

Doch die Sonne stach, daß die Nas' mir verbrannt,

"'s hat Alles sein Maß", ich rudert' an's Land.

"Nun sind wohl die Tage da, wo wir das Heu trocken bekommen!"

-- sagte die Mutter, und schlug mit dem Rechen darauf.

Es war so ein prächtiger Sonnenschein,

Ich konnte nicht bleiben drinnen;

Ich kroch in's Gebüsch, "ei, hier ist's fein!"

Konnt' mich in der Kühle besinnen.

Da tanzt mir 'ne Spinne herab auf die Nas',

Ich schrie und sprang fort, ja, der Tanz ist kein Spaß!

"Ja, scheint die Sonne nicht heute, so scheint sie nie",

sagte die Mutter. --

Es war so ein heller Sonnenschein,

Ich konnte nicht sitzen drinnen;

Ich stürzt' in den Wasserfall mich hinein,

Da fänd' ich wohl Frieden tief innen.

Als die Sonne schien, ertrank ich bei Licht,

Doch, schrieb ich dies Lied, ei, so bin ich's ja nicht. --

"Nur drei solche Sonnenscheinstage und Alles ist unter Dach",

sagte die Mutter, -- sie ging um sein Bett zu machen. --