An Hesperos
E. Melartin
Hesperos, goldene Leuchte der schaumgeborenen Göttin,
Hesperos, heiliger Schmuck an der Nacht tiefdunklem Gewande,
Der sich dem Monde nur beugt, doch heller als jeglicher Stern ist,
Gruß dir, Trauter! und gönne mir Licht zum Ständchen für meinen
Schäfer; ersetze den Mond, der, erst im Beginnen, zu frühe
Heute mir untergegangen. Ich bin kein Dieb ja, noch Räuber,
Will nicht lauernd den Wandrerbeschleichen, der nächtlich daherzieht.
Sondern mich treibt ja die Liebe, und schön ist's, Liebenden helfen.