Nacht
E. Meyer
Die Nachtigall lockt in den Zweigen,
Fern läuten die Glocken zur Ruh,
Die Wipfel im Abendwind neigen
Sich flüstern einander zu.
Und leis' durch die düsteren Bäume
Schweben die Geister der Nacht
Und weben mir duftige Träume
Aus funkelnder Sternenpracht.
Nun schlafen die dunkelen Stunde,
Begraben scheint jeder Schmerz,
Und nimmer gedenkt seiner Wunde
Das träumende, thörichte Herz.