Bürgerliche Deputirte
F. Hiller
Dieweil allhier man Hochzeit hält,
Hochedle Majestäten,
Und Sie sich festlich heut gesellt
Mit allen Herrn und Räthen,
So hielten wir's daheim nicht aus
Und thäten auf uns machen,
Zu wünschen Ihrem edlen Haus
Die allerschönsten Sachen.
Aus Thüringen der Eine kommt,
Der Andre kommt aus Sachsen,
Und meint Ihr, daß es uns nicht frommt?
O dort auch Reben wachsen!
Der Dritte, ich, aus Schläsigen,
Vom Grüneberger Steine,
Zum Trotz all' der hochnäsigen
Hochedlen Herrn vom Rheine.
Wir wissen's wohl, man spricht uns Hohn,
Und schilt uns eitel Essig,
Das ist, Herr König auf dem Thron,
Recht neidisch und gehässig!
Vom Handwerk sind wir doch so gut
Als wie die andern Meister,
Wir sind erfüllt von Willensmuth,
Wenn gleich nicht große Geister.
Man treib' mit uns, sagt man uns nach,
Die Kinder in die Schule;
Wir zögen ein Loch im Strumpfe jach
Zusammen ohne Spule;
Drei Männer hielten Einen kaum,
Der uns im Leibe spüret --
Wir setzen solchem Lug und Schaum
Entgegen was gebühret.
Herr König, das bedingen wir
Uns aus, man soll uns achten,
Und unsern Glückwunsch bringen wir
Aus tiefsten Herzensschachten:
Von Naumburg der, von Grünberg ich,
Der Meißner nicht vergessen,
Und unsre Fraun empfehlen sich
Der gnädigsten Prinzessen.