Rheinweine
F. Hiller
Das war zu Aßmannshausen,
Wohl an dem grünen Rhein,
Da zog ich frisch und wohlgemuth
Zum alten Thor hinein.
Zu Aßmannshausen wächst ein Wein,
Ich meint' das müßt' der beste sein,
Der Aßmannshäuser Wein.
Und als ich kam zum Niederwald,
Da sah ich Rüdesheim,
Da war's so lustig und so schön,
Ich meint' ich wär daheim.
Zu Rüdesheim da wächst ein Wein,
Ich meint' das müßt der beste sein,
Der Wein von Rüdesheim.
Und weiter ging's nach Geisenheim,
Da baut' ich Hütten gern.
Doch schon erglänzt Johannisberg --
O aller Sterne Stern!
Ja tröste dich, du armer Wicht,
Johannisberger schenkt man nicht,
Als nur besternten Herrn!
Nun sagt mir Eins, ist das wohl recht
Von dem besternten Troß,
Daß er den allerbesten Wein
Dem durst'gen Mund verschloß?
Das Beste, das im Lande wächst,
Verschließen, gleich als wär's verhext --
Ei, was mich das verdroß!
Und gebt ihr nicht das Beste gleich,
Das Gute bleibt uns noch,
Die bessre Sorte zögert nicht,
Das Beste kommt uns doch!
Drum trinket bis kein Tropfen mehr,
Bald zwingt der Durst das Beste her,
Und sprengt des Fasses Joch! --