Gruss
F. Hiller
So sei mit Gott gegrüßet
Viel hundert tausendmal!
Der Frühling weht und sprießet,
Und ruft mit Klang und Schall.
Das läßt mich nicht im engen Haus,
Nun fahr' ich in die Welt hinaus.
Das Thränlein, das da fließet,
Schwellt nicht der Ströme Zahl!
Wohl uns, daß wir uns scheiden,
Dieweil wir frisch und jung,
Dieweil für alle Leiden
Des Trostes noch genung!
Nun bleibt in alle Ewigkeit
Wohl durch die Welt, so groß und weit,
Der Jugend Glück uns beiden
Ein frischer Labetrunk.
Und wirst du einst erglühen
Von neuem Wonnestrahl,
In deinem Kranz erblühen
Die Knospen dann zumal.
Sie waren mir ein theures Gut,
Drum hege sie in treuer Hut.
Ade, nun laß uns scheiden,
Ade zum letztenmal!