Der Wunsch

F. Hiller

Wärst du an meiner Seite

in diesem stillen Nachen,

der, milder Lüfte Beute,

die blaue Flut durcheilt,

o wärst du, Teure, an meiner Seite,

wie wollten rasch wir fliehen,

dem Strande uns entziehen,

wo nur der Kummer weilt.

Allein auf weiter Fläche

umrauschten uns die Wogen,

und hoch am Himmelsbogen

glänzte der Liebe Stern;

wir könnten uns're Klagen

und unser'n Schmerz vereinen

und könnten einsam weinen,

von jedem Lauscher fern!

Wir dächten, fest umschlungen,

an all' die bitter'n Stunden,

den Schmerz, die Qual, die Wunden,

die uns das Schicksal gab;

und wär' uns Lebensmüden

kein sich'rer Port beschieden,

dann böte uns zum Frieden

das Meer ein stilles Grab.