Lob der Weiber
F. Lachner
Ström' aus, mein Lied, und werde Tanz,
Die Weiblein sollst du singen;
Sie sind's, die in des Lebens Kranz
Die schönsten Blumen schlingen.
Wem nicht des Weibleins Auge lacht,
Dem ist das Leben eitel Nacht.
Sei's um dich noch so bang' und trüb',
Dein Herz ganz leer an Wonne,
Hat dich ein holdes Weiblein lieb,
Flugs scheint die liebe Sonne;
Dahin ist all dein Weh und Ach!
Und um dich her ist Maientag.
Rings macht sein Lächeln Alles hell,
Den trübsten Himmel heiter;
Und deines Erdelebens Quell
Fließt zwischen Blum' und Kräuter;
Den Dorn am Ufer merkst du kaum,
Dein Dasein wird ein Sommertraum.
Die Wüste wird ein Paradies,
Zu dem die Engel wallen;
Um dich ist Segen! Doppelt süß
Tönt's Lied der Nachtigallen;
Mit froherm Muth brichst du dein Brot,
Die Wange glüht von höherm Roth.
Ritzt auch ein Dorn den Fuß dir wund,
Es eilt ihn zu verbinden;
Ein süßer Kuß auf deinem Mund,
Und alle Sorgen schwinden.
Ja, wenn der Tod beim Arm dich hält,
Es küßt dich in die andre Welt.
Wird meines Hauptes Haar einst weiß,
Und meine Kräfte schwinden,
Soll noch mein Lied des Weibes Preis,
Und seinen Werth verkünden.
Ja, komm' ich nach Elysium,
Seh' ich zuerst nach ihm mich um.