Durch den Wald kam ein fröhlich Lied
F. Naubert
Durch den Wald, durch den Wald kam ein fröhlich Lied
Auf luftigen Schwingen gezogen,
Wie der Westwind säuselnd durch Buchwald zieht,
Ist's um die Harfe geflogen,
Die singt es weiter, dem grünen Rhein,
Drum wissen's die Bäume, die Vögelein
Die ewig flüsternden Wogen.
Durch den Wald, durch den Wald zog die Liebe hin,
Das war ein Knospen, ein Schwellen,
Es weckte die Vöglein die Sängerin,
Sie küßte die Blumen, die Quellen,
Die sangen und sagten's dem grünen Rhein,
Drum wissen's die Bäume, der Sonnenschein,
Die heimlich flüsternden Wellen.
Durch den Wald, durch den Wald kam der Sturm daher,
Hat Lied und Liebe gefangen,
Er trug sie fort auf das weite Meer,
Im Hain ist's Blühen vergangen,
Nun wartet träumend der tiefe Rhein,
Es harren die Harfe die Vögelein
Und flüstern von Sehnen, Verlangen.