Gewalt der Tonkunst

F. Rust

Wenn tauber Schmerz die Seele nagt,

Und öder Nebel sie umfängt,

Und bangend sie nach Troste fragt,

Und stets in sich zurück sich drängt:

Musik mit einem Himmelsschall

Hebt sie empor vom Nebelthal.

Wenn unser Herz in Freude schwimmt,

Und sich in Freude bald verliehrt;

Musik das Herz voll Taumel nimmt,

Und sanft in sich zurück es führt.

Verschmelzt es sanft in Lieb' und Pein

Und läßt's vor Gott im Himmel seyn.

Im Himmel labt der Töne Trank

Den Durst der Pilger dieser Zeit;

Im Himmel kränzet Lobgesang

Mit Kränzen der Unsterblichkeit;

Die Sterne dort im Jubelgang

Frohlocken Einen Lobgesang.

O Himmelsgab'! O Labetrank!

Dem matten Waller dieser Zeit,

Geschenk, das aus der Höhe sank,

Zu lindern unser Erdenleid,

Sey, wenn mein Schifflein sich verirrt,

Mir, was der Stern dem Schiffer wird.