Verborgene Spindel im Mond

G. von Zieritz

Verborgene Spindel im Mond.

Wer dreht zwischen Vater und Sohn uns're Zeit,

wer webt an den hänfernen Sterbestunden,

wer stellt ihrem Docht alle Öltropfen vor

und führt hinters Licht uns're Augen?

Spindel, Spindel, ich schaue dich an,

ich durchschaue das Rad zwischen Gestern und Morgen!

Aber heute geht mir die Kindschaft durchs Herz,

aber heute wächst mir der Hanf um den Hals

und verknüpft dort den Vater, den Sohn und die Zeit,

um das Rad aus den Angeln zu heben.

O Spindel, gib dein Geheimnis her!

Ich schreie dich an durch viel' hündische Stunden,

sie umkreisen die Frucht der lebendigen Zeit

und locken den wölfischen Tod in den Docht

und mich in das Mutterleib-Zwielicht.