Vogelfrei
H. Brune
Vogelfrei und sorgenlos
Treib' ich mich durch's Weite,
Und die Welt, die Welt ist groß
In der Läng' und Breite.
Wo kein Weg und wo kein Steg,
Weiß ich mich zu finden,
Grade zu geht's oder schräg,
Flott in allen Winden.
Wo ich geh' und wo ich steh',
Kann ich selig werden,
Denn nach meinem Wohl und Weh
Fragt kein Mensch auf Erden.
Meinen Waizen seh' ich blühn
Auch im kleinsten Städtchen,
Mir sind alle Wirthe grün
Und nicht gram die Mädchen.
Kann ich nur ein lustig Lied
Singen oder geigen,
Wird auch sonder Unterschied
Alles mir zu eigen.
Hier ein Kännlein, dort ein Kuß,
Schlafen oder Zechen,
Und in allem Überfluß
Brauch' ich nichts zu blechen.
Leicht Gepäck und leichten Schritt,
Leichten Sinn auch hab' ich,
Manch ein Herzchen nehm' ich mit,
Und von dannen trab' ich.
Um kein ungelegtes Ei
Kümmr' ich mich daneben,
Sorgenlos und vogelfrei,
Das ist Spielmannsleben.