Liebesweh

H. Esser

Wie ist mein Auge so thränenschwer!

Schon lange kennt mich die Freude nicht mehr;

Nicht Mitleid flüstert mir Trost in's Ohr,

Und tief betraur' ich, was ich verlor.

Die Liebe hat Wonnen, ich habe geliebt;

Die Liebe hat Trübsal, ich war betrübt;

Noch klopft mir im Busen das Herz so schwer:

Doch bald - ich fühl' es - bald klopft's nicht mehr.

O wär' ich dort, wo ich selig war,

An jenem Strome so hell und klar!

Dort schweifet mein Lieb am Wanderstab;

Der wischte wohl gern die Thräne mir ab.