O wärst du bei mir
H. Esser
Ich wandle traurig und allein,
Weit, weit von dir durch Flur und Hain,
Weit, weit von dir in Liebespein,
Durch wilder Sorgen Schwarm, Lieb!
O wärst du, Traute, bei mir!
Ja, bei, bei, bei mir!
Und ruhtest liebend, treu mir,
Und selig mir im Arm, Lieb!
Ringsum des Winters graues Licht,
Das meiner Hoffnung Knospen bricht;
Und Haus und Heimath hab' ich nicht,
Und bin an Freuden arm, Lieb!
Du bist allein noch meine Lust,
Und ewig schlägt die treue Brust,
Des Kaltsinns nimmer sich bewußt,
Für dich -- für dich nur warm, Lieb!
Obwohl die Stunden träge gehn:
Doch werden wir uns wiedersehn,
In Freuden wandeln sich die Weh'n,
In Wonnen Leid und Harm, Lieb!
O wärst du, Traute, bei mir!
Ja, bei, bei, bei mir!
Und lägest liebend, treu mir,
Und selig mir im Arm, Lieb!