Im Sonnenschein
H. Hermann
Wir sitzen beisammen in seliger Lust
Auf griechischen Tempelquadern,
Es leuchtet der Himmel, es schwillt unsre Brust,
Die Jugend pocht in den Adern.
Wir sind dem Glücke der Götter nah,
Weichschäumend wirft sein Getriebe
Das kosende Meer um Ithaka --
O, daß es ewig so bliebe.
Es schlummert dein goldumstobnes Haupt
Im Schatten surrender Myrten,
Du lächelst, in Fernen glutdurchstaubt
Singen albanische Hirten;
Buntscheckige Ziegen klettern schnell
Durch bröckelndes Felsgeschiebe,
Und drüber die Sonne so hell, so hell,
O, daß es ewig so bliebe.
Es wird nicht bleiben. Die Sonne will
Uns küssen im Niederwandern;
Eh' sie versunken, großäugig, still,
Liebst du längst einen andern.
Das Glück hat keinen Heimatsort,
Das beste bei Frühling und Liebe
Ist jenes törichte süße Wort:
O, daß es ewig so bliebe.