Wach' auf mein Lieb

H. Hermann

Fernab der Zeit liegst du in deinem Grabe

Und träumst und träumst,

Mich aber jammert es der schönen Tage,

Die du versäumst.

Mit rothen Rosen kränz ich deinen Hügel --

Spürst du den Duft?

Dringt's nicht wie Sonnenglanz und Liebesodem

In deine Gruft?

Wach' auf mein Lieb! Willst du den Lenz verschlafen

Und seine Pracht?

Der kleine Vogel, den du liebst vor allen,

Singt jede Nacht.

Weiß ist mein Arm und meine Lippen brennen,

Der Ampel Licht

Blitzt wie ein Sternlein durch das Kammerfenster --

Du siehst es nicht!

Die Sehnsucht kreist mir ruhelos im Blute,

Ach, dass du kämst

Und all mein Leid und meine große Liebe

An's Herze nähmst!