Fragt mich nicht nach

H. Kaun

Fragt mir nicht nach! Im Zorn bin ich gegangen

von allem, was die Heimat Liebes gab.

Der Meinen müd', griff ich zum Wanderstab,

um in der Fremde Frieden, Frieden zu erlangen.

Ich fand ihm nimmer. Wind und Wellen schlangen

mich in die Tiefe, in dem Schlamm hinab.

Nach Menschen lernt' ich hungern, und ich hab'

wild aufgeschrieen: "Wer trägt nach mir Verlangen?"

Dann kam ein Tag. Ich durfte ruh'n und rasten

am warmen Herde, weiche Hände fassten

mich freundlich an. Kurz war der Traum, voll Schmach

verstiessen mich, die Treue mir geschworen.

Sei's drum! Ich hab' nur euch, nicht mich verloren;

ich weiss allein zu geh'n. Fragt mir nicht nach!