Ich seh' dich endlich wieder

Marschner, Heinrich

Ich seh' dich endlich wieder,

Du süßes Heimathland,

Du Hütte, still und nieder,

Wo meine Wiege stand.

Kommt ihr mir denn entgegen,

Ihr Leute allzumal?

Es drängt sich auf den Wegen

Und unten wogt das Thal.

Horch, Glockenklänge schlagen

So trauernd an mein Ohr,

Die dumpfen Töne klagen,

Daß wer was Lieb's verlor.

Und schwarze Träger wallen

Den Mühlensteg heran,

Und in dem Zug vor Allen

Ein tief betrübter Mann.

O haltet ein, Gestalten,

Die ihr die Leiche kennt,

Laßt mich die Hüll' entfalten,

Bevor ihr mir sie nennt.

Die Tücher sind gewichen,

Ob's eine Ahnung war?--

O weh! mein Lieb verblichen,

Doch schön noch immerdar.

Setzt nur die Leiche nieder,

Ist's hier auch nicht am Ort,

Und hebt ihr auf sie wieder,

So tragt ihr Zweie fort.

Laß deine Hand mich fassen,

Nun trennt uns kein Verbot:

Dich küssen -- und erblassen --

Giebt's einen schön'ren Tod?! --