Kennt ihr die Wunde, die so heiss

Marschner, Heinrich

Kennt ihr die Wunde, die so heiß

An meinem Leben zehrt,

Die mir kein Arzt zu heilen weiß

Gar klug und hochgelehrt.

Hier trag' ich sie, links in der Brust,

Hier in dem Herzen tief;

Es ist, als ob drinn Schmerz und Lust

In einer Wiege schlief.

Bald flammt sie auf, bald kühlt sie mich,

Und brennt und tobt und wühlt;

Ach, einmal habt ihr sicherlich

Sie Alle schon gefühlt.

Sie zehrt am Mark, sie lähmt den Muth,

Und was ich nicht versteh':

Man sieht sie nicht, es quillt kein Blut,

Und thut doch gar so weh! --