Dichterlos
H. Proch
Längst sank herab die Sommernacht,
gelöscht sind alle Lichter;
im monderhellten Zimmer wacht,
von Schmerz erfüllt, der Dichter.
Sein Genius hat ihn geweiht!
In Schmerz und Nacht, in Einsamkeit
entströmen ihm ew'ge Lieder.
Sie gehen in die Welt hinaus,
sie wandern schon seit Jahren
in manche Hand, in manches Haus.
Er hat es oft erfahren,
dass ihm ein Herz entgegenschlug,
sein Bild im tiefsten Innern trug
und seine ew'gen Lieder.
Das eine Herz, das er begehrt
mit seinem Dichterherzen,
das Herz, um das er sich verzehrt
in nie geahnten Schmerzen,
um das ihm Mut und Leben bricht,
das eine Herz gewann er nicht
mit all' seinen ew'gen Liedern.