Blau

H. Sadler

Blau, das mir seit Knabenjahren

Schön vor allen Farben war,

Blau, einst über Lockenhaaren

Anfang meines Schauens war.

Heute, da des Lebens Garben

Tiefer beugen ihr Gewicht,

Opfere ich alle Farben

Gern dem klaren, blauen Licht.

Blau darf keine Perle schmücken,

Lieb am meisten blau allein,

Blaue Augen mich berücken

Und berauschen wie der Wein.

Blau, die Farbe meiner Träume,

Blau, die Farbe ferner Höhn,

Blaue unbekannte Säume,

Wo die Wolken untergehn.

Wenn ich sterbe, blaue Tränen

Weinen sie an meiner Truh.

Meiner Seele letztes Sehnen

Wandert blauen Sternen zu.

Über meinem Grab entblättern

Blaue Nebel Kranz und Strauch,

In des Namens Broncelettern

Krallt sich blauer Nebelhauch.