Reiterlied

H. Sadler

Wie vom Pfeil das Geschoß

Fliegt mein Traumpferd dahin.

Vorwärts, vorwärts, mein Roß!

Rabe schreit, höre nicht hin!

Vorwärts, vorwärts, mein Roß!

Meine Gedanken entfalte der Wind.

Schüttle ich auf der Rast

Meinen Staub aus dem Kleid,

Bald schon treibt mich die Hast

Weiter durch brodelnden Streit.

Vorwärts, vorwärts, mein Roß!

Meine Gedanken entfalte der Wind.

Sterbe ich nicht zu Haus,

Frau nicht jammert und ruft:

Krähe hacke mich aus,

Schneesturm heul in der Luft.

Adler, klage als Frau

Hoch im kreisenden Flug,

Tränen schneuze der Tau,

Sind mir Trauer genug.

Vorwärts, vorwärts, mein Roß!

Meine Gedanken entfalte der Wind.

Bin ich manchmal schon matt,

Halt aus Mitleid nicht an.

Noch des Kampfes nicht satt,

Bin ich Reiter und Mann.

Wenn auch mein Geist verdampft,

Dennoch nicht er verfliegt.

Eine Spur ist gestampft,

Auf der mein Bruder einst siegt.

Vorwärts, vorwärts, mein Roß!

Meine Gedanken entfalte der Wind.