Wanderlied

H. Schnaubelt

Frisch auf, ihr fröhlichen Sänger,

ermannt euch vom Schlafe, erwacht!

Auf, auf, und zaudert nicht länger,

o seht, wie der Morgen uns lacht!

Die Vöglein, die munter'n, sie singen

schon lange im frischgrünen Wald.

D'rum auf, lasst ein Liedlein erklingen,

das hell durch die Morgenluft schallt.

Erst hebet die Blicke nach oben

zu dem, der das Lied uns geschenkt;

im Lied lasst uns preisen und loben

den Herrn der das Weltenall lenkt.

Dem Mann hat den Sang er gegeben,

dem Weibe das liebende Herz;

Gesang und Liebe soll leben

als Engel in Freuden und Schmerz!

Frisch auf, ihr wackeren Sänger,

die Hüte mit Eichlaub geziert!

Lasst zieh'n uns, weilet nicht länger,

wie sich's für Männer gebührt.

Vorwärts, marsch! Immer rüstig und heiter,

die Fahne dem Zuge voran,

so zieh'n wir wohlgemut weiter,

ein Liedlein verkürzt uns die Bahn.