Von Gott will ich nicht lassen

H. Schütz

Von Gott will ich nicht lassen, denn er läßt nicht

von mir, führt mich auf rechter Straßen, da ich sonst

irret sehr, er reicht mir seine Hand, den Abend als

den Morgen tut er mich wohl versorgen, sei wo ich

woll im Land.

Wenn sich der Menschen Hulde und Wohltat all verkehrt,

so findt sich Gott gar balde, sein Macht und

Gnad bewährt, er hilft aus aller Not, errett von Sünd

und Schanden, von Ketten und von Banden, und

wenns gleich wär der Tod.

Auf ihn will ich vertrauen in meiner schweren Zeit,

es kann mich nicht gereuen, er wendet alles Leid,

ihm sei es heimgestellt, mein Leib, mein Seel, mein

Leben sei Gott dem Herrn ergeben, er mach's, wie's

ihm gefällt.

Es tut ihm nichts gefallen, denn was mir nützlich ist,

er meint's gut mit uns allen, schenkt uns den Herren

Christ, sein allerliebsten Sohn, durch ihn er uns

bescheret, was Leib und Seel enähret, lobt ihn ins

Himmels Thron.

Lobt ihn mit Herz und Munde, welch's er uns beides

schenkt, das ist ein selig Stunde, darin man sein

gedenkt, sonst verdirbt alle Zeit, die wir zubring'n

auf Erden, wir sollen selig werden und leb'n in

Ewigkeit. Auch wenn die Welt vergehet mit ihrer

stolzen Pracht, wed'r Ehr noch Gut bestehet, welch's

vor war groß geacht, wir werden nach dem Tod, tief

in die Erd begraben, wenn wir geschlafen haben,

will uns erwecken Gott.

Die Seel bleibt unverloren, geführt in Abrams Schoß,

der Leib wird neu geboren von allen Sünden los,

ganz heilig, rein und zart, ein Kind und Erb des Herren,

daran muß uns nicht irren des Teufels listig Art.

Darum ob ich schon dulde hier Widerwärtigkeit, wie

ich auch wohl verschulde, kömmt doch die Ewigkeit,

ist aller Freuden voll, dieselb ohn einig's Ende, dieweil

ich Christum kenne, mir widerfahren soll.

Das ist des Vaters Wille, der uns geschaffen hat, sein

Sohn hat Gut's die Fülle erworben durch sein Gnad,

auch Gott der heilig Geist im Glauben uns regieret,

zum Reich der Himmel führet, ihm sei Lob, Ehr und

Preis. Amen.