Ein Schwert, das schneidet, ein Falke, der fängt

H. Sommer

Ein Schwert, das schneidet, ein Falke, der fängt,

Ein Roß, dran die Sporen zu sparen,

Ein Saitenspiel über die Schulter gehängt,

So will ich die Lande durchfahren.

So ziehe ich fürbaß mit Sang und Klang

Den Berg hinüber, die Straße entlang

Und lasse beim Reiten und Reisen

Die Wege vom Winde mir weisen.

Ich suche mit Augen ein Königreich,

Das liegt mir verlangend im Sinne,

Ich schlage mich durch mit des Schwertes Streich

Bis hin zu der Königin Minne.

Und ist sie zu Hause, und finde ich sie,

So beug' ich vor ihrem Throne das Knie

Und will mich auf Tod und Leben

Getreu ihrem Dienste ergeben.

Mein Herz ist muthig, mein Arm gelenk,

Zum Ritter muß sie mich schlagen,

Ich werde ihr Marschalk, ihr Truchseß, ihr Schenk,

Stets will ihre Farben ich tragen.

Ich will für sie streiten zuvorderst im Heer

Und will für sie brechen manch mannlichen Speer,

Auf daß ich den Dank mir gewinne

Zu Ehren und Ruhm der Frau Minne.