Für alle die Schätze, für all die Ehre

H. Sommer

Für alle die Schätze, für alle die Ehre,

Für alle die Freude des fröhlichen Mai

Gönnt' ich mir selber nichts minder noch mehre,

Als daß die Vielgute zu eigen mir sei.

Ein holdes Erröthen, ein minniges Grüßen,

Mit blanken Armen ein sanftes Umfahn,

Ich wollt' es mit Hungern und Dürsten verbüßen,

Und wäre dabei doch nicht Sünde gethan.

So vieles begehren, so wenig erlangen,

So stetes Gedenken, so seltenes Sehn,

In Träumen sich trösten, in Sorgen sich bangen,

Mit Blumen sich kränzen, vor Trauer vergehn,

Du leidige Lust und ihr wonnigen Schmerzen,

Du Lachen und Weinen in einem Gesicht,

O laßt mich in Frieden, nehmt Urlaub vom Herzen

Und schweiget und schwindet im kommenden Licht!