Letzter Abend im Jahr

J. Lenot

Es ist so dunkel heut,

Man kann kaum in den Abend sehen.

Ein Lichtchen loht,

Verspieltes Himmelchen spielt Abendrot

Und weigert sich, in seine Seligkeit zu gehen.

- So alt wird jedes Jahr die Zeit.

Und die vorangegangene verwandelte der Tod.

Mein Herz blieb ganz für sich

Und fand auf Erden keinen Trost.

Und bin ich auch des Mondes Ebenich,

Geleitetest auch du im vorigen Leben mich,

Und sah ich auch den blausten Himmel im Gottost.

O Gott, wie kann der Mensch verstehen

- Das Weltall spaltet sich doch nicht -,

Warum der Mensch haltlos vom Menschtum bricht,

Sich wieder sammeln muß im höheren Geschehen.