Polka

J. Müller-Hermann

Cendrée und klein und

Zart und frisch

Wie Knospen, die kaum sprangen,

Der Blick so rein und

Träumerisch,

Karminhauch auf den Wangen.

Um Arm und Hälschen

Goldnen Tand

Und in dem Haare Rosen,

Ein Schwanenpelzchen

Rings als Rand

und an der Brust Mimosen.

Das Kleid von Schnitte

Neu und reich,

Ein Stoff mit hellen Streifen,

Glatt bis zur Mitte,

Wolkengleich

Vom goldnen Gürtelreifen.

Am Fenster lehnt sie,

Wogend geht

Die Brust, die Pulse schlagen,

So sinnt und sehnt sie,

Steht und späht

Und fühlt ihr Herzchen schlagen.

Die Winde wehen,

Regen fegt

An die betauten Scheiben.

Was macht sie spähen

So bewegt?

Was sucht sie in dem Treiben?

„Ach, der charmante

Ballstrauß da

Wird, eh wer kommt, vergeh'n!...

Da ist er, Tante!

Sicher, -- ja!

Ja, hier, hier bleibt er stehen!"