Reiterlied

K. Eckert

Mit meinem Fähnlein hin und her

spielt froh der Morgenwind.

Soldatenabschied wiegt nicht schwer:

Leb wohl, schmuck' Nachbarkind!

Du Reiterhand, lass los das Glas!

Trompeter, blas', dein Liedel blas',

ins Feld hinaus zu reiten!

Wir traben in den Tag hinein,

wir traben in die Nacht;

beim Sonnenschein, beim Mondenschein,

am liebsten in die Schlacht!

Du braunes Feld, du grünes Gras!

Trompeter, blas', dein Liedel blas',

mein Herzblut soll euch färben!

Soldatendach, du blau' Gezelt

hoch über Berg und Hain;

die weite, breite, große Welt

Kam'rad, ist mein und dein!

Greif mutig zu, heut' dies und das!

Trompeter, blas', dein Liedel blas',

das Heute ist dann unser!

O schmetternder Trompetenklang,

gegrüßt zu jeder Frist!

Wer weiß, wie kurz, wer weiß, wie lang'

ein Reiterleben ist?

Wer heut' noch stolz im Sattel saß -

Trompeter, blas', dein Liedel blas'! -

liegt morgen unterm Pferde.

Und wenn mich auch die Kugel nimmt,

mich und mein Rösslein trennt:

Noch einmal lustig angestimmt,

Kam'rad, dein Instrument!

O Reitertod! Gibt's Schön'res was?

Trompeter, blas', dein Liedel blas',

dein Liedel mir zum Sterben.