Verzweiflung
Penderecki, Krzysztof
O Jammer, Tränen, Flehen und Gebete
Und immer Jammer, immer Tränen, Flehen, –
Ich Unglückselige – was wird aus mir!
Kaum spüre ich des Sommers laue Nächte,
Da zieht der Winter wieder über Land,
Und rauh und hässlich wird der Wind der Frühe.
Jetzt kommen schon die wilden Schwäne wieder;
Mein Herz ist voller Qual. Wie oft, wie oft
Sah ich euch gehn und kommen, wilde Vögel!
Verschwenderisch erblühn die Chrysanthemen, –
Doch diese Blume hier, versehnt, verkümmert,
Hat niemand denn sie abzupflücken Lust?
Ich sitze ewig nur an meinem Fenster, –
Ist denn der Tag noch immer nicht zu Ende?
Ein feiner Regen nässt die Blüten rings.
Auf leisen Sohlen steigt die Dämmrung nieder,
Der Abend kommt, die Nacht umfängt die Erde, –
In mir jedoch bleibt alles, wie es war.
O Jammer, Tränen, Flehen und Gebete, –
Wer zieht den Dorn aus meinem wunden Herzen?
Verzweiflung wühlt in mir und tötet mich...!