Frauenlied

L. Abeille

Wenn schläfrig die Lippen

Beim Göttermahl nippen,

Umtanzen wir Frauen

Im Walde den Schlauch

Nach altem Gebrauch

Mit Blonden und Braunen.

Wir tauchen die Sorgen

Von gestern und morgen

In schäumende Becher,

Baccantisch das Haupt

Mit Eppich umlaubt,

Dem Lorbeer der Zecher.

Wir schlimmern in Grotten

Umkräuselt von Zotten

Silzilischer Vließe;

Hochweislich und schön

Sagt Vater Silen;

Entbehr und genieße!

Wir wissen in Chören,

Dir Bacchus! zu Ehren,

Arkadisch zu pfeifen.

Das dringt ins Mark!

Nur Pan ist so stark

In Thrillern und Läufen.

Die Fäunlinge sonnen

Bei ledigen Tonnen

Sich krauend auf Rasen

Und üben sich schon,

Mit schnarchenden Ton

Ein Stückchen zu blasen.

Eu'r Wünschen entfliege

Nie jenseits der Krüge,

nach menschlicher Weise!

O Schlauch, unsere Welt,

bist du nur geschwellt,

Ist alles im Gleise!

Die Ohren recken,

Wo Nymphen im Becken

Der Quelle sich waschen,

Und rüstig bergauf,

Bergnieder im Lauf

Die Spröden zu haschen:

Das ziemet in Wäldern,

In Grotten und Feldern,

Dem wähligen Volke,

Bocksöhrig und leicht.

Gelegenheit fleucht,

Wie Wasser und Wolke.