Auf dem Heerzuge

L. Lenz

Das Käuzlein lass' ich trauern

im Astloch Tag und Nacht;

ich renn' aus Schanz' und Mauern

ins off'ne Feld zur Schlacht.

Ich pflüge mit dem Schwerte

und schatze Stadt und Land.

Das Glück ist mein Gefährte

und reicht mir treu die Hand.

Sa, Bruder, lass uns wandern!

Die Kost ist hier zu schlecht,

bis wir dann auch den andern

geschatzt und abgezecht.

Und bin ich arm im Leben,

so macht's mir keine Pein;

es wächst mein Gut an Reben

und heißt mich fröhlich sein.

Wie Blümlein auf den Auen

schön wunderbar erblüht

liebäugeln uns die Frauen

ins Herz und ins Gemüt.

Du schönster Schatz der Erde,

lass du dein Äugeln sein!

Ob hint ich leben werde,

das weiß nur Gott allein.