Georg von Frundsberg

L. Lenz

Hast du den Frundsberg nie geseh'n?

Der kann Kalender machen,

der weiß, was heuer soll gescheh'n,

der leitet alle Sachen.

Frisch auf, ihr Landsknecht' insgemein

in allen deutschen Kreisen,

den alten Frundsberg hübsch und fein

zu singen und zu preisen!

Er hat ein Häublein aufgesetzt

voll Pfaffenlist und Witze,

er hat sein Schwertlein wohl gewetzt,

die Schneide wie die Spitze.

Er hält das Reich in seinem Arm

wie's Kindlein zu der Taufe,

und tät' er's nicht, dass Gott erbarm',

so läg's gleich in der Traufe.

Wie stattlich er zu Rosse sitzt

voll Kraft und Gottvertrauen!

Seht doch, wie ihm sein Auge blitzt

aus seinen dunklen Brauen!

Ein frischer Sommer geht daher

mit Trommeln und mit Pfeifen.

Den Frundsberg greift's an seine Ehr',

er lässt sein Völklein streifen.

Wohlauf und drauf! Die Welt ist sein!

Er hat das Glück im Ranzen.

D'rum muss auch alles, Groß und Klein,

nach seiner Pfeife tanzen.

Und wer doch wohl das Lied erfand?

Das hat ein Knab' gesungen,

der ist aus seiner Mutter Hand

dem Frundsberg nachgesprungen.