Der Spielmann und seine Geige

L. Spohr

Vor Gottes Aug', dem Abendrot,

Gab sie mir Ring und Schwur;

Der Ring zersprang, die Treu' ist tot,

Mir blieb die Sehnsucht nur.

Ein Stutzer lockte schmuck und leicht

Mit süßem Flitterton;

Sie folgte, lächelnd ward gereicht

Mein brechend' Herz zum Lohn.

Durch schwarz' Gewölk die Sonne blinkt!

Freud' steht mit Leid im Bund; -

Mein Gram lebt ewig, nimmer sinkt

Sein Thron am bleichen Mund.

Lös', Geige, der Dämonen Schar,

Es winkt mein Zauberstab, -

Stürm, Wahnsinn, dunkles Schlangenhaar,

Sei meiner Leiden Grab!

Doch leise, Äolsharfen gleich,

Besänftigt sie mein Herz;

Ihr Seelenklang, an Balsam reich,

Stillt meinen tiefen Schmerz.