Jagdlied

L. Spohr

Seht ihr's dort funkeln in rosiger Pracht!

Es glänzet das Frührot so milde;

Auf, Brüder! munter! Diana lacht,

Schon lebt's im Hain, im Gefilde.

Nicht länger gefrönet der schläfrigen Ruh,

Die Jagd beut schönere Stunden,

Wir eilen dem schattigen Walde zu,

Umklafft von munteren Hunden.

Schön schmeckt es im Grünen bei fröhlicher Rast,

Viel besser als heim der Klause,

Die schattige Eiche wird unser Palast,

Und Frohsinn herrschet beim Schmause.

Uns spendet die Quelle den labenden Trank,

Es rufen die schallenden Hörner,

Wir winden uns mutig zum buschigen Hang

Durch Brombeer, Ranken und Dörner.

Dort zeigt sich der Eber, der Hirsch mit Geweih,

Und lauschet an rieselnder Quelle,

Doch krachend trifft sie das tötende Blei,

Stark schweissend blümt sich die Stelle.

Viel Freuden beut uns die herrliche Jagd,

Sie macht uns so rüstig, so munter,

Am Abend ist lustiges Waidwerk vollbracht,

Froh geht's zur Heimat hinunter.