Fried' ist versagt mir
Liszt, Franz
Fried' ist versagt mir, vergebens träum' ich Schlachten;
muß fürchten und hoffen, entbrennen in Schauern beben,
dem stolzen Himmelsfluge folgt tief Verschmachten
und kein Erlangen, kein weltenumfangendes Streben!
Gefesselt so schwer all mein weichselndes Trachten,
schnöd verschmäht darf ich mich nicht der Frohn entheben,
der Dämon schont mich, ach, den wohl Bewachten,
läßt mich vergehen und mißgönnt mir das Leben.
Blöd sind die Blicke, und sie sind stumm, meine Klagen,
ich wählte Untergang und fürchte das Sterben,
ja, mir blieb Haß für mich selber, da Liebe entwich.
Lust ist mir nur mein Schmerz, und Tränen mein Behagen,
Tod gilt gleich mir und Leben gleiches Verderben!
Also geschah mir, o Geliebte, um dich.