Sei gesegnet immerdar
Liszt, Franz
Sei gesegnet immerdar von allen Tagen,
du holder Lenzestag und deine guten Stunden;
ihr schönen Fluren, da wurde ich gefunden
von zweien Augen, und in Bann geschlagen.
O, sei gesegnet, erstes süßes Zagen,
mit dem die Liebe mich an sich gebunden,
ihr Liebespfeile, all ihr tiefen Wunden,
deren Schmerzen so gern mein Herz getragen.
Seid gesegnet, ihr heißen Tränen,
laute Rufe, die ihr wolltet sie ereilen,
meine Seufzer und du, mein endlos Sehnen.
Und seid gesegnet auch ihr, wohlgereimten Zeilen,
durch die Ruhm ihr erworben mein sinnend Wähnen,
das sie allein, ja, wer noch sollt' es teilen!