So sah ich denn auf Erden Engelsfrieden und Glanz
Liszt, Franz
So sah ich denn auf Erden Engelsfrieden und Glanz
von dort hienieden, und solches Leuchten,
deß ich gedenken muß, denn sonst bedeuchten
mich jene Bilder, als wären's Traumgebilde.
Ich sah die Träne, die den Blick ihr hüllte,
ihr Auge, aller Sonnen Neid, sich befeuchten,
und vernahm ihrer Klagen Stimme, da beugten
sich die Höhn, der Strom erstarrte, der jäh gestillte.
Es klang so tief, so voll von Wehmutsregen,
ein Klang voller Lieb und Leid, hold und gelinde,
ihr Seufzer, alle Welt gilt nicht dagegen.
Und alles schmiegte solchem Wohllaut sich geschwinde,
kein Blättchen am Baume durfte sich bewegen,
so süß befangen, so lauschten da Luft und Winde.