Gebt Raum!

M. Gus

Gebt Raum! Aus Arbeitsstätten voller Lärm und Braus

vom Pflug der Felder her und von der Schmieden Graus

und Höllengluten dring' ich,

aus Höhlen, wo ein Volk spinnt, hämmert, webt und schafft,

aus Schacht und Gruben steig' ich, und voll freier Kraft

den Ruhm der Arbeit sing' ich.

Gebt Raum! Aus Wäldern voll von Nestern und Gesang,

Aus Myrthenbüschen und aus dunklem Laubengang,

aus üpp'ger Felder Wonne,

aus blauen Wassern, d'rauf die zarte Möve kreist,

erheb' ich mich bekränzt und sing' als Volkskind dreist

ein Jubellied der Sonne.

Wer hemmt den raschen Strom im zügellosen Lauf,

wer hält des Vogels Flug zum ros'gen Himmel auf,

den Pfeil im Reich der Lüfte?

Ich bin der Strom, der schäumt, der Pfeil, der funkelnd schwirrt,

ich bin die Schwalbe bald, die durch die Ferne irrt,

die Eule bald der Grüfte.

Kunst, für dich kämpfe ich, Zukunft, ich harre dein,

und die Gefühle, die im stolzen Flammenschein

mir Herz und Geist durchglühten,

werf' ich im Strahlenkleid der Dichtung, voller Glanz,

der Erde und dem Himmel zu als Kranz

von Blitzen und von Blüten!