Kurze Geschichte
M. Gus
Sie schien so schön wie eines Dichters Traum,
In Weiß gekleidet immer, und es lag
Die Ruhe einer Sphinx in ihren Mienen.
Ihr Seidenhaar fiel bis zum Kleidersaum,
Ihr Lachen trillerte wie Lerchenschlag,
Ein Bildwerk ihre edlen Formen schienen.
Sie liebte - ohne Gegenlieb' zu finden
Und barg mit heitrer Stirn die Herzenswunde,
Hat schweigend ihre inn're Glut verhehlt.
Allein die Sehnsucht ließ dahin sie schwinden;
Sie starb in einer herbstlich trüben Stunde
Wie die Verbene, der die Sonne fehlt.