Kaum wag' ich zu reden

P. Heise

Kaum wag' ich zu reden,

fährt er auf und erwacht;

wachend träumt der König,

doch schlimmer noch bei Nacht.

Möchte so gern doch sagen ihm,

was ich im Traum gesehn.

Ich denke verschwundner Tage;

das kann er nicht verstehn!

Ich träumte, ich sass

im Bauer als Taube mit einem Aar,

erschrocken kroch ich zur Mauer,

vorm funkelnden Augenpaar;

da bot er mir sicher Geleite,

wohin ich nur hatte Lust,

da schlug er des Schnabels Schneide

mir tief in die weisse Brust.

Wachen muss ich immer

bei Tag und bei Nacht,

wende ich mich von ihm,

fährt er auf und erwacht,

hält mich in seinen Armen fest,

als wollte ich von ihm gehn.

Sein Kuss ist glühende Lohe,

ich kann es nicht verstehn.