Wild braust ihr Weste
P. Heise
Wild, wild, wild braust, ihr Weste!
der Sommerzeit beste Stunde verrann.
Zur Schiffsbrücke schwarz schäumt das Wasser hinan.
Ich sah ihn auf der Brücke, den königlichen Mann.
Sein Auge war tief, dem Fjord gleich, der rauschet;
drein könnt' ich mich senken sogleich.
Die Mannsbrust, die breite, von Sammet umbauschet,
da könnte ich ruhen so weich.
Könnt' fallen zu Fuss ihm mit Seufzergestöhn
und lächeln, strich sanft seine Hand mir das Haar.
Sie sagten so oft ja, die Taube sei schön.
Nun weiss ich, nun weiss ich erst, wer ist der Aar!
Wild, wild, wild braust, ihr Weste!
könnt' ich beim Feste am Abend doch sein!
Blieb wohlan der Schwelle mit ängstlichem Sinn,
und tanzte, tanzte so gern doch dahin, dahin.
Sein Auge war tief, dem Fjord gleich, der rauschet;
drein könnt' ich mich senken sogleich.