Die drei Boten

R. Förster

Es lagen drei am Waldesrain

Im grünen Farrenkraute,

Und jeder dachte von den drei'n

An seine ferne Traute.

Dass ihre Dirnen gar so weit,

Das war den Knaben herzlich leid.

Wenn doch ein Bote käme

Und Grüsse mit sich nähme!

Der erste sprach:,, O Brausewind,

Du hast behende Füsse;

Such' auf die blonde Sigelind

Und bring' ihr tausend Grüsse.``

Da sprach der Wind:,, Kann nicht gescheh'n,

Muss Segel schwellen, Mühlen dreh'n,

Muss an den Eichen rütteln

Und weike Blätter schütteln.``

Der Zweite sprach:,, O Buchenfink,

Erhebe deine Schwingen!

Der braunen Martha sollst du flink

Mein Grüssen überbringen.``

Da sprach der Fink:,, Hab' keine Zeit,

Ich rüste just mein Hochzeitskleid

Und muss das Nestlein bauen

Mir selbst und meiner Frauen.``

Was sprach der dritte Junggesell?

Er schwieg, und ohne Säumen

Erhob er sich und thät zur Stell'

Die Schusterrappen zäumen.

Die trugen ihn bergauf, bergein

Bis vor ein Kammerfensterlein,

Dort ward belohnt der Bote

Mit süssem Botenbrote.