Im Einschlafen
R. Stephan
Mich rief ein Ton aus weiter Ferne,
den ich mit trunkenem Ohr vernahm,
ernst lauschend saß ich tief im Dunkel,
ich wusste nicht woher er kam.
Ich fühlte nur aus ew'gen Räumen
ward heimlich mir ein Gruß gesandt.
Ich fühlte nur, wie alles Leben
tief unter mir in Nichts verschwand.
Mich tragen große starke Flügel
erbrausend aufwärts durch Nacht,
aus sumpfgebornen dumpfen Träumen
bin ich zu hohem Glück erwacht.
Die wilden Flammen sind verlodert
und lösten sich in dünnen Rauch.
In reiner wunderdunkler Stille
vergeh ich wie ein leichter Hauch.