Pappel im Strahl
R. Stephan
Ein stilles Wiesental
von Schwalben überflogen,
die Wetter sind verzogen.
Ein frischer Sonnenstrahl
befällt mit einemmal
die feuchte Blätterfülle
der Pappel überm Bach.
Sie zittert tausendfach,
noch träumerisch verwirrt,
er küsst ihr unbeirrt
die glänzenden Glieder wach.
Sie zuckt und blitzt ihn an,
von Küssen übersprüht,
und windet sich und schimmert,
im Innersten erglüht.
Nun fluten die Küsse ohne Zahl
hinum und ohne Wahl.
Sie bietet, kaum bewusst,
die hellen Herrlichkeiten:
So heiß die Küsse gleiten,
so funkelt sie vor Lust.