An die Zeit

S. Neukomm

Es war eine Zeit, da lachte mich dies Leben

In holder Frühlingsschönheit an.

Dahin ist die Zeit, wo all' mein Seyn und Streben

In Geistesseligkeit zerrann!

Es war eine Zeit, da mir im Menschenherzen

Nur Huld und Lieb' entgegen schlug.

Dann kam eine Zeit, -- wie könnt' ich sie verschmerzen?

Was Huld und Liebe schien, -- war Trug!

Da fühlte mein Geist den tiefsten, bängsten Kummer,

Und kehrt' in sich den düstern Blick;

Doch rief meinen Geist aus starrem Seelenschlummer

Ein guter Genius zurück.

Der Genius sprach: "Ich bin der Geist der Liebe;

Ich weihe deine innre Ruh';

Doch werf' ich den Kranz aus Blüthen edler Triebe

Nur ihr, der sanften Duldung, zu."