Hoffnung und Erinnerung
S. Neukomm
Mir blüht eine Stelle, die weiht ein Altar;
Da wandelt ein heimliches Wehen;
Da ließen, mit festlichen Kronen im Haar,
Erinnrung und Hoffnung sich sehen.
Die Hoffnung, im morgendlich/blühenden Kranz,
Schien ernst, wie der heilige Wille;
Und sie, die Erinnrung, umleuchtete Glanz
Der abendlich dämmernden Stille.
Die Hoffnung lispelt': "Ich durfte durchs Land
Der seligen Träume dich leiten;
Itzt nimm die Erinnrung, ihr reiche die Hand!
Sie möge dich fürder begleiten!
"Verdanke mir immer den rosigen Sinn
Der Stunden, voll Leben und Lieder,
Leb wohl! was geblühet hat, ist nun dahin!
Am Grabe dort siehst du mich wieder!"