Nun dämpft die Dämm'rung (Waldemar)

Schönberg, Arnold

Waldemar:

Nun dämpft die Dämm'rung

jeden Ton von Meer und Land,

Die fliegenden Wolken lagerten sich

wohlig am Himmelsrand.

Lautloser Friede schloß dem Forst

die luftigen Pforten zu,

und des Meeres klare Wogen

wiegten sich selber zur Ruh.

Im Westen wirft die Sonne

von sich die Purpurtracht

und träumt im Flutenbette

des nächsten Tages Pracht.

Nun regt sich nicht das kleinste Laub

in des Waldes prangendem Haus;

nun tönt auch nicht der leiseste Klang:

Ruh' aus, mein Sinn, ruh' aus!

Und jede Macht ist versunken

in der eignen Träume Schoß,

und es treibt mich zu mir selbst zurück,

stillfriedlich, sorgenlos.