Roß! Mein Roß! Was schleigst du so träg! (Waldemar)

Schönberg, Arnold

Waldemar:

Roß! Mein Roß! Was schleichst du so träg!

Nein, ich seh's, es flieht der Weg

hurtig unter der Hufe Tritten.

Aber noch schneller mußt du eilen,

bist noch in des Waldes Mitten,

und ich wähnte, ohn' Verweilen

sprengt' ich gleich in Gurre ein.

Nun weicht der Wald, schon seh' ich dort die Burg,

die Tove mir umschließt, indes im Rücken uns der Forst

zu finstrem Wall zusammenfließt;

aber noch weiter jage du zu!

Sieh! Des Waldes Schatten dehnen

über Flur sich weit und Moor!

Eh' sie Gurres Grund erreichen,

muß ich stehn vor Toves Tor.

Eh' der Laut, der jetzo klinget,

ruht, um nimmermehr zu tönen,

muß dein flinker Hufschlag, Renner,

über Gurres Brücke dröhnen;

eh' das welke Blatt - dort schwebt es -,

mag herab zum Bache fallen,

muß in Gurres Hof dein Wiehern

fröhlich widerhallen!

Der Schatten dehnt sich, der Ton verklingt,

nun falle, Blatt, magst untergehn:

Volmer hat Tove gesehn!