Das Hochlandmädchen

Schumann, Robert

Nicht Damen tönt von hohem Rang

Mein kunstlos ländlicher Gesang;

Mir bleibe fern so eitler Stern;

Gebt mir mein Hochlandmädchen, O!

In grünen Thales Schatten, O,

Auf sonniger Heide Matten, O,

Da sitz' ich gern und singe gern

Von meinem Hochlandmädchen, O!

Und wären jene Hügel mein,

Palast und Park in Prunk und Schein:

Ich liebte doch mein Mädchen noch,

Mein liebes Hochlandmädchen, O!

In grünen Thales Schatten, O,

Auf sonniger Heide Matten, O,

Pries' ich der Welt, die mir gefällt,

Mein liebes Hochlandmädchen, O!

Mich haßt das Glück nur allzu sehr;

Fort muß ich über Land und Meer:

Doch wo ich sei, ihr bleib' ich treu,

Treu meinem Hochlandmädchen, O!

In grünen Thales Schatten, O,

Auf sonniger Heide Matten, O,

Ja, wo ich sei, ihr bleib' ich treu,

Treu meinem Hochlandmädchen, O!

Und bin ich auch getrennt von ihr,

Den Schwur der Treue hält sie mir,

Ja! nur an mich denkt inniglich

Mein treues Hochlandmädchen, O!

In grünen Thales Schatten, O,

Auf sonniger Heide Matten, O,

Dort denkt an mich herzinniglich

Mein treues Hochlandmädchen, O!

Für sie nur wag' ich Sturm und Flut,

Um sie ertrag' ich Frost und Glut,

Und alles Gold, das Indien zollt,

Weih' ich dem süßen Mädchen, O!

In grünen Thales Schatten, O,

Auf sonniger Heide Matten, O,

Weih' ich das Gold, das Indien zollt

Dem süßen Hochlandmädchen, O!

Sie hat mein Herz und meine Hand,

Geknüpft ist unser Seelenband;

Ich bleibe dein, du bleibest mein,

Mein süßes Hochlandmädchen, O!

Lebt wohl, ihr grünen Schatten, O,

Lebt wohl, ihr sonnigen Matten, O,

Im fernen Hain sing' ich allein

Von meinem Hochlandmädchen! O!